Gesichter der Empörung

13 Seiten | Autor: Christiane Campen, Oliver Dimbath

Empörung wird in der wissenschaftlichen Diskussion einmal als Kollektivphänomen des Aufbegehrens verstanden, ein andermal als Emotion in Bezug auf das subjektive Gefühl von Zurücksetzung und Ungerechtigkeit. Im Kontext ihrer zwischenmenschlichen Äußerung kommt sie auch durch nonverbale Anzeichen zum Ausdruck. Man kann daher von einer interaktiven Inszenierung von Empörung sprechen. Insbesondere in der politischen Auseinandersetzung lässt sich die Darstellung von Empörung – einerseits stellvertretend für kollektiv verbindliche Werthaltungen, andererseits als persönliches Engagement und entsprechende Entrüstung – beobachten. Aus soziologischer Sicht kann man dies als moralische Kommunikation begreifen. Anhand von drei Fallbeispielen sowie im Rückgriff auf filmgestützte Interaktionsanalyse und Facial Action Coding System führen Christiane Campen und Oliver Dimbath eine explorative Analyse der Inszenierung von Empörung durch. Sie zeigen, dass die Darstellung von Empörung im politischen Kontext mimische Ausdrücke von Wut und Ekel sowie den Einsatz von Gesten der Generierung von Aufmerksamkeit vereint.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2020
Skandal und Empörung
172 Seiten

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